24-28.10.2005
: Kunstlabor ArToll, Bedburg-Hau.
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Aljoscha, bioism, biofuturism

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RHEINISCHE POST
MITTWOCH 26. OKTOBER 2005

ArToll: Sieben junge Künstler

VON JULIA LÖRCKS

BEDBURG·HAU
Michael Falkenstein hat lange gewartet und sich endlich getraut. Seine Augen glänzen. Seine Hände, noch immer ganz geschwollen. Und die Zange? Die Zange ist schließlich kaputt gegangen. Das stolze Resultat aber: sechs jungfräuliche Holzschnitte. "Bis spät in die Nacht habe ich mit dem traditionellen Medium gearbeitet. Die Holzschnitte haben mir richtig Spaß gemacht", so erzählt der junge Künstler, der das Kunstlabor ArToll wahrlich beim Namen genommen hat. Mit viel einfallsreicher Energie ging Michael Falkenstein in die Projektwochen, die am 19. September für sechs weitere Künstler aus Düsseldorf und Köln im Artoll Kunstlabor in den Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau gestartet sind.

Klassisch und modern

Sieben, sensible junge Künstler, die sich seit Tagen und Wochen mit klassischen Themen und modernen Sichtweisen autonom auseinander setzen. So zeigt Julia Rüther Ausschnitte aus Teppichen, Gardinen und Tapeten, die als farbintensive Ornamentik oder als feine Malereien auf der Leinwand erscheinen. Aljoscha malt geduldig filigrane Baumgruppen im Lichte seiner Schreibtischlampe.

Ähnlich wie bei der russischen Ikonenmalerei erschließen sich seine Zeichnungen erst, wenn man sie von Nahem betrachtet. Andrea Lehnert malt am liebsten mit Musik. "Musik unterstreicht meine Stimmung. So schleppe ich immer haufenweise Cd' s mit mir mit". Auch Lehnert hat im Kunstlabor richtig losgelegt. Wie sanfte Erscheinungen tauchen ihre grasende Schafe in menschenleeren Landschaften auf. "Die Idee mit den Schafen ist mir beim Malen am Rhein über den Weg gelaufen", so die Künstlerin mit den langen schwarzen Haaren über ihre Themenwahl. Mit Reflexionen, als geistiges und physikalisches Phänomen, befasst sich Alexander Leverenz.

Der Spiegel, der dem jungen Maler als Untergrund dient, scheint trotz vieler Farbschichten immer wieder durch. Elke Henschens Bilder zeigen die Umgebung, Räumlichkeiten und Details des ArTolls. Mit Hilfe der Digitalkamera hat sie Häuserfassaden und zufällig entstandene Situationen festgehalten und mit Schwerpunkt auf licht und Schattenwirkung sofort malerisch umgesetzt. Wang Quiang arbeitet bei seinen zeitgenössischen, chinesischen Portraitlandschaften ebenfalls nach Foto's und Video's. "Ich drehe erst ein Video und suche mir dann den interessantesten Augenblick aus", so der Chinese über seine Schritt für Schritt überlegte Arbeitsweise.

Auch Otto Trynoga, zuständig für die Künstlerbetreuung und Büroleitung im Kunstlabor, ist von der Präzision Quiangs beachtlich begeistert und freut sich auf eine abwechslungsreiche Ausstellung. Am kommenden Wochenende ist es dann so weit. Vom 28. bis zum 30. Oktober zeigen die jungen Künstler, täglich von 11 bis 17 Uhr, ihre im ArToll entstandenen Werke. Am Sonntag, um 11.30 Uhr sind alle Besucher zu einem musikalischen Event der Kreativen eingeladen.

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